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Seltene frühe Empire-Uhr “Die magische Laterne”, Deverberie zugeschrieben

Empire-Manteluhr “Die magische Laterne”, Deverberie zugeschrieben

Eine extrem feine Kaminuhr aus vergoldeter Bronze aus der Konsulats-/Emprie-Zeit, die Eros und seine magische Laterne darstellt, deren Design Jean-Simon Deverberie zugeschrieben wird. Eros mit Bogen und Köcher trägt auf seinen Flügeln eine feuervergoldete Laterne mit einer brennenden Fackel. Außerdem steht er auf einem vergoldeten ovalen Sockel mit zwei Putten im Fries, die eine Vase umspielen, und erhebt sich auf Adlerfüßen. Die Skulptur als Ganzes symbolisiert Liebe und Vergänglichkeit im Laufe der Zeit, und die Gesamtgestaltung ist von hoher bildhauerischer Qualität.

Das Zifferblatt trägt die Signatur “Baudoin á Paris”. Pierre Baudoin wird in Tardy als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Paris als Uhrmacher tätig erwähnt. Erstmals 1759 im Quai de l’Horloge erwähnt, verlegte er seine Werkstatt später an eine andere Adresse in Paris. Außerdem wird das Design des Gehäuses Jean-Simon Deverberie (1764-1824) zugeschrieben.

Eros wandert kräftig mit und trägt auf seinen Flügeln eine magische Laterne, auch Laterna magica genannt. Dabei handelt es sich um ein Mitte des 17. Jahrhunderts entwickeltes optisches Instrument, mit dem sich Bildtäuschungen erzeugen lassen. Das Projektionsfenster wird durch das Ziffernblatt der Uhr ersetzt, das uns die vergehende Zeit anzeigt. Eros fordert den Betrachter mit seinen provokanten Blicken heraus und zeigt auf die Uhr, was bedeutet, dass Zeit eine Illusion ist. Genau wie die Illusionen, die die Laterna Magica erzeugt. Die Bronze integriert die Uhr perfekt in die Bronzefigur und verstärkt so das realistische Aussehen.

Die magische Laterne wird von einer brennenden Fackel überragt, die mit Sternen und Herzen durchbohrt ist. Weitere Hinweise auf die Liebe sind die durchbohrten Herzen um den Laternenkopf und die darüber liegende Fackel. Das weiße Emailzifferblatt ist mit römischen und arabischen Ziffern für die Stunden und Minuten sowie fein gearbeiteten vergoldeten Bronzezeigern mit Lilienspitzen versehen. Es ist von einer dekorativen Lünette mit blau emaillierten Rosetten umgeben. Diese blauen Rosetten mit Sternen sind ein Hinweis auf die nächtliche Aktivität von Eros.

Die magische Laterne

Die Laterna magica wurde um die Mitte des 17. Jahrhunderts erfunden, wahrscheinlich von Christiaan Huygens (1629-95). Es handelte sich um eine frühe Form eines Diaprojektors, der aus einem gewölbten Deckel und einem rechteckigen Kasten bestand, in den eine Kerze oder Öllampe gestellt wurde. Die Dias wurden vor ein Objektiv gehalten und von einer Lichtquelle beleuchtet, so dass sie auf eine Wand oder ein Blatt projiziert wurden. Im späten 18. Jahrhundert wurden Laterna Magica-Shows sehr erfolgreich.

Die Gestaltung dieser Uhr, bei der Eros auf das Zifferblatt zeigt, legt eine interessante Interpretation nahe. Hier sehen wir Eros, der den Betrachter nicht anschaut, sondern mit dem Finger auf das Zifferblatt der Uhr zeigt. So könnten wir die Botschaft dieser Uhr genauso interpretieren wie die Bilder, die von der magische Laterna projiziert wurden, nämlich dass die Zeit nur eine Illusion ist.

Details zu dieser Ormolu Kaminuhr “Die magische Laterne”

Diese Ormolu-Manteluhr ist in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand mit prächtiger Quecksilbervergoldung. Das Uhrwerk mit Ankerhemmung, Drahtaufhängung und außenliegendem Zählrad schlägt die Stunden und halben Stunden auf eine Glocke. Sie wurde von einem professionellen Uhrmacher gewartet und befindet sich in perfektem Zustand.

Höhe: 46 cm, Breite: 25 cm, Tiefe: 15 cm.
Gewicht: 4,8 kg.
Paris um 1800.

Jean-Simon Deverberie (1764-1824)

Jean-Simon Deverberie war einer der bedeutendsten Pariser Bronzier des späten 18. Jahrhunderts und der ersten Jahrzehnte des folgenden Jahrhunderts. Er war ein äußerst erfolgreicher Designer, Bronzefabrikant und Marchand-Mercier. Bekannt durch die Serien ‘Pendules au Negre’ und ‘Pendule l’Afrique’. Um 1800 ließ er mehrere Entwürfe für diese Art von Uhren registrieren. Die Zeichnungen dieser Entwürfe werden im Cabinet des Estampes in der Bibliothèque nationale in Paris aufbewahrt.) Er eröffnete um 1800 eine Werkstatt in der Rue Barbette, dann um 1804 in der Rue du Temple und schließlich zwischen 1812 und 1820 in der Rue des Fossés du Temple.

Literatur

  • Elke Niehüser, “French Bronze Clocks”, S.129 #210 und S.228 #658.
  • Tardy, Dictionnaire des horlogers français, S.35.

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